JT30 - Astatic / Hohner Bluesblaster

Das Astatic ist wie das Shure ein Urvater der Handmikrofone, genauso verbreitet und in den unterschiedlichsten Varianten erhältlich. Es gefällt durch die etwas schlankere Form und den glänzenden Grill. Ich will und kann nicht auf die Produktionsgeschichte eingehen, nur ein paar grundlegende Infos. Die älteren Modelle haben oft einen Switchcraft Verbinder hinten und das Poti vorne. Die neueren, von Hohner produzierten (Bluesblaster / JT30 VC) haben vorne einen XLR Stecker und das Poti hinten. Praktischer ist die neue Form.

Eine Hohner 1490 Bluesblaster gab es bis vor kurzem noch völlig überteuert in Deutschland, aber ich finde gerade keine. Also über ebay aus den USA, da gibt es Angebote ab so 60$. Der XLR Stecker ist immer US-Norm, auch bei den in Deutschland gekauften.

Das Innenleben

In JT30 Typen sind grundsätzlich Kristallkapseln (später Piezokeramik) verbaut. Vor allem die Kristallkapseln sind empfindlich gegenüber Stoß und Feuchtigkeit, so dass alte Kapseln meist defekt sind.

Prinzipiell kann man in zwei Gruppen aufteilen: die alten Astatic MC127/MC152 Kapseln und die neuen Hohner "Japan" Kapseln. Über Soundunterschiede möchte ich mich nicht auslassen, diese Mikrofone sind leiser und akkustischer als die Green Bullets und weisen eine starke Streuung auf. So kann ein 3€ Japanelement "besser" klingen als ein "original Astatic", das momentan beim TAD immerhin die Kleinigkeit von 193€ kostet.

Potiproblematik

Bei den alten Astatic ist ein 500k log Poti eingebaut. Das ist für einen Piezokristall (keramik) zu wenig, da dieser nur minimalste Ströme leisten kann. Das Signal wird geschwächt.

Im späteren Hohner ist ein 5M log verbaut, das hier viel besseren Dienst leistet. Dieses Poti ist aber nicht so einfach zu bekommen. Ich kenne keine Quelle, zumal es noch einen langen Schaft haben muss.

Wenn man nun (wie es viele tun) eine Kapsel von Shure einbauen will, dann ist das 5M log wieder unpassend. Da empfiehlt sich ein 300k lin Tonepoti von Gibson. Das ist ein alter Wert, vielleicht von den P90 Gitarren. Keine Angst wegen des linearen Verlaufs, der Regelweg ist einwandfrei.

XLR Belegung

Das Hohner kann man mit den "normalen XLR auf Klinke" nicht betreiben, da die Belegung anders ist. Aber das ist schnell geändert.

Zuerst den Hohneraufkleber entfernen. Die nun sichtbare Schraube zum Öffnen !reindrehen! Dann mit einer kleinen Zange an einem Pin den Stecker aus dem Gehäuse ziehen. Das rote Kabel muss umgelötet werden, Ergebnis wie im Bild zu sehen.

JT30 mit CM Kapsel

Die Lösung JT30 Gehäuse und shure Kapsel ist eine sehr gängige, so ein Mikro haben viele Leute. Seit Jahren meine Referenz.