Laney Cub 10

Der Cub10 ist ein günstiger Röhrenverstärker, der sich gut für einen Umbau zu einem Harpverstärker eignet. Manche spielen ihn "out of the box", die können dann aber entweder sehr gut damit umgehen oder benötigen kaum Lautstärke.

Der Aufwand bei diesem Gerät ist etwas höher als bei den Champtypen, aber es rentiert sich wirklich. Der Laney ist zum Glück schon lange erhältlich, ich hoffe das bleibt so. In der Galerie jeweils Bilder der alten und neuen Generation, am einfachsten zu erkennen an der geänderten Bespannung und dem verwendeten Lautsprecher.

Die Modifikation

Los geht es mit dem Ausbau des Chassis, dabei die Speakerkabel nicht vergessen abzustecken, bevor man anzieht. Dann die Potis lösen, die Röhren entfernen, die drei Schrauben der Platine lösen, die 4 Schrauben der Endstufenfassungen lösen. Die Lampe von innen abschrauben, die dickeren Kabel von den Trafos abstecken, den Input abstecken und das dünne Kabel vom Ausgang her beidseitig abstecken. Nun kann man die beiden Platinen herausnehmen und alle weiteren Steckverbinder entfernen. Wißt ihr noch, wo die Eingangsbuchsen angesteckt waren? Die brauchen wir nämlich wieder.

Zunächst brücken den großen gelben PTC, der die Heizung im Strom begrenzen soll. Dieser macht aber oft Probleme, deshalb nehmen wir ihn aus der Schaltung (natürlich wie alles auf eigene Gefahr!). Es reicht die beiden Kontakte mit einem nicht zu dünnen Draht zu verbinden. Sollte dies zu etwas mehr Brumm führen, kann man das am Trimmer daneben regulieren.

Nun entfernen wir viele Bauteile. Die Platine ist gut beschriftet, aber zur Sicherheit nochmal alle Teile im Bild eingezeichnet. Am besten hinter nachzählen. C8, C6, C3, C22, C11, C17, C7, C12 (SMD) und R5, R6, R17 (alle SMD)

Die SMD mit bleihaltigem Lot an beiden Enden vorsichtig aufkochen, dann schiebt man sie einfach weg. Die Platine lässt sich sehr gut löten.

Jetzt die Kondensatoren und das Trimmpoti einlöten. Leichter geht das, wenn man die mittlere Lasche der Steckverbindung abzwickt. Hier die Bauteile und Werte:

C3: 150p/500V, C6: 100n/630V, C8: 47n 630V, C11: 22uF/25V, C17: 100n/630V, C7: 100n/63V, Trimmpoti: 10k

Nun lötet man den 470k Widerstand und die Kabel wie im Bild zu sehen auf die Rückseite. Die Farben haben keine Bedeutung, nur erleichtern sie das Wiederfinden. Das grüne Kabel ist am rechten Kontakt des Verbinders angelötet, genau wie man es sieht (leicht verdeckt durch die Fassung).

Auf der Vorderseite lötet man nun das weiße Kabel an den Trimmer, ein braunes an die Pin2 der Röhre V2. Den 10k Widerstand lötet man ab besten zum Schluß erst an Pin 2 von V1 und sichert ihn gegen mechanische Belastung.

Die Verkabelung ist auch nicht schwer. Zuerst das schwarze Kabel zu Pin1 des Gain Potis (500kA). Ein weiteres schwarzes Kabel nehmen und Pin1 des Gain mit Pin 1 des Volume Potis (1M A) verbinden.

Am Gain Poti an Pin3 einen 220k Widerstand anlöten und daran das blaue Kabel. An Pin 2 kommt das schwarzrote Kabel.

An Pin1 des Volume Potis, an dem schon Masse angelötet ist, einen 100n/63V Kondensator und daran das braune Kabel anlöten. Das grüne Kabel kommt an Pin2 und ein weiteres Kabel, hier weiß, verbindet Pin 3 des  Volume mit dem Pin2 des Tone Poti  (250k A). 

Am Toneregler noch das gelbe Kabel an Pin3 und das rote an Pin1 anlöten. Auf dem Bild sieht man das alles schön.

Ein paar Sachen gibt es noch zu sagen ...

Den Biasstrom kann man noch etwas herunterdrehen, als Vorstufenröhren sind AY in V1 und AT ind V2 ganz passend und als Speaker natürlich meinen Veteran.

Den Trimmer, den wir eingebaut haben, stelle ich immer so auf 9-10 Uhr, das ist der Mittenregler des Tonestacks.

Der Verstärker ist nun sicher so laut wie der Bluesman SE. Klang kann man nicht beschreiben, aber das klingt schon ganz ordentlich.